Mittwoch, 29. April 2026, 18:00 Uhr
im Hörsaal des IOG
Anmeldung: Link zur Anmeldung
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022 bedeutet nicht nur das Ende der nach dem Kalten Krieges entstandenen kollektiven Sicherheitsordnung in Europa, sondern verändert auch Russland nachhaltig. In Russland beobachten wir eine Militarisierung von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Es findet im Sinne des Krieges eine Umverteilung von Ressourcen innerhalb der Elite und Gesellschaft statt. Der Krieg wird zu einer zentralen Legitimitationsressource des Systems Putin, je länger er dauert, desto schwerer wird es, ihn zu beenden. Der Vortrag diskutiert die Veränderungen in Russland im Kontext des Krieges seit 2022 und wie Russland seinen hybriden Krieg gegen Europa ausweitet, um seinen Gegner nachhaltig zu schwächen. Gleichzeitig wird disktutiert, warum es nicht möglich ist, zu einem Status wie vor dem Krieg zurückzukehren und wie eine Veränderung in Russland selbst befördert werden kann.
Dr. STEFAN MEISTER leitet das Zentrum für Ordnung und Governance in Osteuropa, Russland und Zentralasien bei der DGAP. Davor war er Direktor des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich Böll Stiftung in Tbilisi. Meister hat zur Transformation des russischen Wissenschafts- und Hochschulsystems promoviert, und arbeitet zu Themen der russischen Außen-, Sicherheit- und Innenpolitik, Russlands Politik gegenüber den postsowjetischen Staaten und seinen Beziehungen zu Ländern wie dem Iran, der Türkei und China. Im Frühjahr 2025 hatte er am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien einen Forschungsaufenthalt.
Mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Europäische und internationale Angelegenheiten und der Österreichisch Ukrainischen Historischen Kommission.